| Julia Oesch | Mezzosopran |

Die in Hildesheim geborene Mezzosopranistin Julia Oesch wird international an Opernhäusern verpflichtet und war u.a. Gast am Huntington Theatre in Boston/USA, an den deutschen Theatern in München (Staatsoper), Wiesbaden, Bielefeld, Kassel, Frankfurt, Karlsruhe, Stuttgart, Koblenz, in Italien (Venedig, Neapel, Cagliari, Verona, Triest, Rom, Catania), an der Opéra du Rhin Strasbourg, am Théâtre du Châtelet in Paris (Frankreich), am spanischen Teatro de la Maestranza in Sevilla, am Opernhaus Zürich (Schweiz), in Thailand an der Oper Bangkok und am österreichischen Theater an der Wien. Ihre Partien schließen die Rollen ihres Faches aus dem Ring des Nibelungen von Richard Wagner -- Erda (Rheingold & Siegfried), Floßhilde (Rheingold), Fricka (Rheingold & Walküre), Rossweisse, Schwertleite (Walküre), 1. Norne, Waltraute (Götterdämmerung) – ebenso ein wie den Orfeo aus Orfeo & Euridice von Christoph W. Gluck oder den Hänsel aus Humperdincks Hänsel & Gretel. Künstlerisch richtungsweisend waren die Dirigenten Christian Thielemann, Seiji Ozawa, Gustav Kuhn und Christoph von Dohnányi. Bei bekannten Musikfestivals wurde Julia Oesch als Opern- und Liedsängerin eingeladen, wie zum Beispiel an die Kammeroper Schloß Rheinsberg, in die USA zum Tanglewood Music Festival und dem Ravinia Festival bei Chicago, in Österreich bei den Tiroler Festspielen in Erl, dem Richard Wagner Festival in Wels, dem Linzer Brucknerfest, den Wiener Festwochen und den Salzburger Festspielen. In Frankreich sang sie beim Festival in Aix-en-Provence die 3. Dame in Mozarts Die Zauberflöte, unter der musikalischen Leitung von Daniel Harding.

Ausgebildet wurde Julia Oesch zunächst im Fach Violine. Als Jungstudentin am Dr. Hoch's Konservatorium in Frankfurt/ Main erhielt sie auch Gesangsunterricht bei Karin Geber-Brandt, die Julia Oesch bis heute sängerisch betreut. 1992 ging sie an die Musikhochschule Detmold und studierte Gesang bei Prof.in Ingeborg Ruß. Als Stipendiatin des Tanglewood Music Festivals kam sie 1994 in die USA. Ihren Studienabschluß legte sie bei Phyllis Curtin 1997 an der Boston University mit dem Master of Music Diplom ab. In Meisterklassen vervollständigte sie ihre Studien, vor allem im Bereich des Liedgesangs. Phyllis Curtin, Christa Ludwig, Brigitte Fassbaender, Barbara Bonney, Thomas Hampson und Gustav Kuhn waren hier ausschlaggebend. 1998 und 2001 gewann Julia Oesch internationale Wettbewerbe: Debüt in Meran (Italien) und Hariclea Darcleé (Braila/ Rumänien).

Dem Konzertgesang fühlt sich Julia Oesch - neben ihren Opernaktivitäten - sehr verbunden. "Die Brillanz ihrer Stimme, die mit Charme, Lebendigkeit, Gefühlstiefe und Ausdrucksstärke für das Kunstlied die beste erdenkliche Werbung machte, verband sich mit der enormen Tragfähigkeit ihres weiten, warmen, vollen Organs". Außer der deutschen Liedliteratur singt sie französische und amerikanische Kompositionen, wie zum Beispiel von Duparc, Bizet, Copland und Ives. Mit dem Pianisten Jens Barnieck gestaltet sie Konzerte, in denen oft die amerikanische Liedliteratur einen Schwerpunkt bildet. Ihr Oratorienrepertoire umfasst zahlreiche Bachkantaten, Bachs Weihnachtsoratorium, die h-Moll Messe, die Johannes Passion und die Matthäus-Passion, Händels Messias, das Requiemund die große Credo-Messe von Mozart, Messen von Haydn, Beethoven und Bruckner und das Requiem von Giuseppe Verdi.Julia Oeschs Repertoire an symphonischen Werken umfasst Beethovens Chorfantasie, die 9. Symphonie, die Alt-Rhapsodie von Brahms, weiterhin die Altpartie II (Maria Aegyptiaca) der Symphonie Nr. 8 und Das Lied von der Erde von Gustav Mahler.

Eine Gesamtaufnahme des Rings von Wagner mit Julia Oesch liegt bei Arte Nova vor (Erda, Fricka, 1. Norne). Weitere CDs sind Verdis La Traviata (Annina) und Die ägyptische Helena (Elfe) von Strauss und Korngolds Die tote Stadt (Lucienne) als DVD.

2008 fand in Worms das 1. FrauenKunstFestival in Worms statt, an dessen Gründung, Organisation und Mitwirkung Julia Oesch mit beteiligt war. Das ZDF und das SWR-Fernsehen berichteten über das Festival.

In der Spielzeit 2008/2009 sang Julia Oesch u.a. an der Staatsoper München und der Staatsoper Stuttgart die Rolle der Mary in Wagners Fliegendem Holländer, die Rolle der Lucienne (Korngold/ Die tote Stadt) am Teatro La Fenice in Venedig und am Teatro Massimo in Palermo. Im Konzertbereich sang sie Liederabende in Mainz, Kaiserslautern, Frankfurt und bei den Musikfestspielen Saar, zum Thema „Welcome, America!“.

In der laufenden Spielzeit singt sie u.a. die Partie der Waltraute in Wagners Götterdämmerung am Teatro São Carlos in Lissabon, eine Liederabendtour mit neuem Programm (Mannheim, Wiesbaden, Berlin), Mendelssohn-Bartholdys Oratorium Elias in Mannheim und die Rolle der Ulrica in Un Ballo in Maschera von Verdi in London.